16. April 2026

Die Anfänge (1846–1927)

Seit 1846 besteht am Forster Tor die Fleischerei der Familie Kadach. Am 3. Oktober 1846 übernahm Wilhelm August das Geschäft in der Georgengasse 99. Nach seinem Tod führte seine Frau Luise den Betrieb weiter, bevor Sohn Robert Paul (geboren 1867) die Fleischerei übernahm. Gemeinsam mit seiner Frau Emma, geborene Marx, führte er den Betrieb durch die Wirren des 1. Weltkriegs und in der Zeit der Weimarer Republik.

 

Die Zeit des Zweiten Weltkriegs (1927–1945)

Wie sein Vater und Großvater legte Werner Kadach sen. die Meisterprüfung ab und übernahm 1937 das Geschäft. Frieda Simon, ausgebildete Verkäuferin im Fleischgewerbe, trat 1934 in das Unternehmen ein und wurde später seine Frau. 1934 wurde Tochter Anneliese geboren, 1937 folgte Hannelore und 1940 Werner. Werner Kadach sen. fiel im April 1945 im 2. Weltkrieg, so dass Frieda die Fleischerei durch die schwere Nachkriegszeit allein weiterführen musste und so den Fortbestand des Familienbetriebs sicherte.

 

Die vierte Generation (1945–1989)

In der DDR war es 1950 zur Pflicht geworden, einen Meister im Betrieb zu beschäftigen. Frieda Kadach ermöglichte deshalb ihrem Gesellen Erwin Natusch das Meisterstudium. Bei Meister Natusch erlernte Sohn Werner ab 1954 das Fleischerhandwerk. Zu dieser Zeit war die Produktion 1 Raum mit Wolf, Kutter, Handfüllmaschine, Knochensäge und Schleifstein.

Alle Geräte wurden über einen Motor betrieben und waren über Wellen und Lederriemen untereinander verbunden. In der Familienküche nebenan stand ein 250l Kessel zum Brühen der Wurst.

1956 wurde im Keller des Hauses ein Kühlraum gebaut, der Platz für 1 Rind, 5 Schweine und 1 Kalb bot. Bis dahin mussten Fleisch und Wurst täglich vom und zum Schlachthof mit einem Handwagen gefahren werden, wo die Fleischerei eine kleine Kühlzelle gemietet hatte. Werner legte 1963 selbst die Meisterprüfung ab und übernahm das Geschäft von seiner Mutter. 3 Beschäftigte standen ihm damals zur Seite.

Im November 1963 heiratete er die Fotografin Ingrid Klausch, die ihren Mann seitdem im Geschäft unterstützte. Bis dahin gab es im Laden nur einen großen Kühlschrank und eine verzierte, aber ungekühlte Ladentheke. Natürlich gab es nur klassische Ladenwaagen, auf denen man nur wiegen konnte. Gerechnet wurde im Kopf, der Bon war ein handgeschriebener Zettel. 1972 konnte der Laden dann durch den Umbau der nebenan gelegenen Druckereiräume erweitert werden. Die Zahl der Beschäftigten konnte bis 1980 auf 10 erweitert werden. Mehr Beschäftigte waren leider für Selbstständige in der DDR nicht erlaubt.

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